60 Jah­re Berg­wacht­hüt­te in Ebnit – Vom alten Walser­haus zur moder­nen Hüt­te

Die Grün­dungs­mit­glie­der der Berg­wacht Ravens­burg kamen fast alle von den Natur­freun­den und so fuh­ren sie regel­mä­ßig zu den Natur­freun­de Häu­sern Kobel und Flu­her­eck im Ebniter­tal. Aber der Wunsch nach einer eige­nen Hüt­te war immer vor­han­den und der Wirt des Gast­hau­ses Alpen­ro­se in Ebnit wuss­te von einem leer­ste­hen­den  Bau­ern­haus im Orst­teil Hack­wald. Bald war man sich mit der Besit­ze­rin Frau Vir­gi­na Peter über einen Pacht­ver­trag einig und wir began­nen im Okto­ber 1957 mit den Auf­räum­ar­bei­ten in dem alten Haus. Ab Novem­ber war die Berg­wacht Ravens­burg Mie­te­rin einer Hüt­te. Der Hüt­ten­be­trieb wur­de mit alten Matrat­zen und zusam­men gesam­mel­ten Geschirr auf­ge­nom­men. Aber im Dezem­ber  konn­ten wir das ers­te Mal Weih­nach­ten und Sil­ves­ter in unse­rer Hüt­te fei­ern.

In den ers­ten Jah­ren war die Hüt­te Stütz­punkt für Klet­ter­tou­ren, Aus­bil­dung in der Berg- ret­tung, sowie zum Erler­nen des Ski­fah­ren. Im Jahr 1958 hat­ten wir nach einem töd­li­chen Klet­ter­un­fall den ers­ten Ein­satz in Ebnit. Mit der Inbe­trieb­nah­me des Ski­lif­tes haben wir jah­re­lang den Ret­tungs­dienst an den Wochen­en­den über­nom­men. Auf der Hüt­te ging es immer noch recht ein­fach zu, gewa­schen wur­de am Brun­nen­trog vor dem Haus, aber wir waren zufrie­den und für grö­ße­re Ver­än­de­run­gen hat­ten wir auch kein Geld. Aber bereits im Jahr 1966 war eine Erneue­rung des Hüt­ten­da­ches not­wen­dig und mit viel Eigen­leis­tung und einem Dar­le­hen konn­te das Dach neu ein­ge­deckt wer­den. Kaum war die­ses abbe­zahlt, kam die nächs­te Bau­stel­le. Der Berg drück­te die hang­sei­ti­ge Holz­wand immer wei­ter in das Haus. Die kom­plet­te Wand muss­te gesprießt und  ersetzt wer­den. Vie­le Stun­den Eigen­leis­tung und wie­der ein Dar­lehn hal­fen auch bei die­ser Arbeit. Durch die neue Wand wur­de Raum für einen klei­nen Wasch­raum geschaf­fen, jetzt muss­te nur noch die Was­ser­lei­tung von der unse­rer Quel­le zur Hüt­te gegra­ben wer­den und nun gab es das ers­te Mal flie­ßen­des Was­ser in der Hüt­te. Im Som­mer 1970 muss­ten die Bal­ken für Decken der Wohn­stu­ben erneu­ert wer­den und in den Schlaf­räu­me waren dadurch neue Fuß­bö­den erfor­der­lich. Um immer für alle Mit­glie­der einen Schlaf­platz zu haben wur­de im Dach­ge­schoss ein wei­te­rer Raum aus­ge­baut.

Jetzt war die Hüt­te uns zur zwei­ten Hei­mat gewor­den und wir fühl­ten und rich­tig wohl. Lei­der ver­starb unse­re Ver­mie­te­rin im Novem­ber 1981 und die Erbin woll­ten die Hüt­te ver­kau­fen. Nach Rück­spra­che mit der Stadt Dorn­birn, die uns eine Geneh­mi­gung für den Grund­er­werb signa­li­sier­te und vie­len Gesprä­chen mit der Erbin, konn­ten wir einen nota­ri­el­len Kauf­ver­trag abschlie­ßen. Durch den Ein­spruch eines Land­wir­tes wur­de ein Grund­buch­ein­trag vor­erst lei­der nicht mög­lich. Mit dem Ver­trau­en auf eine güti­ge Lösung haben in den fol­gen­den Jah­ren die Stall­wand ersetzt und in den bis­he­ri­gen Vieh­stall einen Wasch­raum sowie Toi­let­ten, getrennt für Frau­en und Män­ner, ein­ge­baut. Mit dem Anschluss an die Gemein­de­was­ser­ver­sor­gung konn­ten wir auch die Dusche in Betrieb neh­men.

Mit den Anschluss von Öster­reich an die EU hat­ten wir wie­der Hoff­nung auf den Grund­buch- ein­trag. Doch erst im Jahr 2007 ist es mit Unter­stüt­zung des DRK Kreis­ver­ban­des Ravens­burg gelun­gen, den längst fäl­li­gen Grund­buch­ein­trag zu bekom­men. Die Hüt­te ist  im Ver­eins­le­ben der DRK Berg­wacht Ravens­burg  ein wich­ti­ger Bestand­teil und im Som­mer ver­brin­gen vie­le Mit­glie­der mit ihren Fami­li­en schö­ne, erhol­sa­me Urlaubs­ta­ge in der wun­der­ba­ren Land­schaft rund um Ebnit. Die Aus­dau­er und der Idea­lis­mus der Mit­glie­der der DRK Berg­wacht Ravens­burg haben in den vie­len Jah­ren zum Erfolg und Erhalt der Hüt­te bei­ge­tra­gen. (JH)